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Buchkritik: Der kleine schwarze Fisch

Originaltitel: ماهی سیاه کوچولو 
sprich: Mâhī-ye Sīyāh-e Kūchūlū

Autor: Samad Behranghi

Der kleine schwarze Fisch, 24 Stunden Wachen und Träumen. Zwei Märchen aus dem persischen Widerstand.

Zambon Verlag, 3. Auflage, Februar 2021

mit einer Interpretation von Manutschehr Hesarkhani

© Zambon Verlag

Der kleine schwarze Fisch


In dieser zweiteiligen Märchenerzählung für Kinder und Erwachsene von Samad Behranghi geht es zunächst um einen kleinen schwarzen Fisch, der sich auf die Suche nach dem Meer begibt. Die Geschichte ist eine Erzählung innerhalb einer Erzählung: Der Autor schreibt über eine Fisch-Großmutter, die ihren Kindern und Enkelkindern das Märchen erzählt.

Auf seiner Reise steht der schwarze Fisch seiner Mutter, einer Eidechse und natürlichen Gefahren wie dem Pelikan und dem Kormoran gegenüber. Thema dieses ersten Märchens sind der Weg des Fisches, die Risiken und auch die Lehren, die dem kleinen schwarzen Fisch während seiner Reise begegnen.  

Das Buch beginnt mit einer Interpretation, die die Leser*innen auf das folgende Märchen einstimmt und fast die ganze Geschichte berichtet. Wir empfehlen daher, diese Seiten zu überspringen und direkt mit dem Märchen zu beginnen. Die Sprache ist sehr klar und verständlich, daher eignet sich das Buch auch für Kinder und Jugendliche. Die Erlebnisse des Fisches schildert der Autor in lebendigen Dialogen, was das Lesen spannend und abwechslungsreich macht. Viele Adjektive helfen der Fantasie auf die Sprünge und die Figuren werden sehr bildhaft beschrieben.

Alles in allem eine gelungene Erzählung, die die Lesenden auf eine Abenteuerreise mitnimmt und sicherlich zum Nachdenken anregt. Wir wollen nicht zu viel vom Ende verraten, aber es war definitiv überraschend. Dieses Märchen können wir Eltern und Kindern empfehlen, als auch allen Erwachsenen, die sich gern mit den Themen Freiheit, Risiko, Rebellion und Hinterfragen beschäftigen.

24 Stunden Wachen und Träumen


In dem zweiten Teil des Buches, der ebenfalls eine Märchenerzählung darstellt, spricht Samad Behranghi die Leser*innen direkt an. Er weist darauf hin, dass er das erste Märchen nicht geschrieben hat, damit „du irgendwelche Lehren daraus ziehst.“ Er möchte, dass „du die Kinder in unserem Land besser kennenlernst und dir Gedanken machst, wie du ihnen helfen kannst.“ Von dem märchenhaften kleinen Fisch in eine Stadt im Iran, in die Realität eines kleinen Jungen, des Autors.

In den 24 Stunden tauchst du in die sehr detailliert beschriebene Welt eines Jungen ein, der seinen Tag auf der Straße verbringt, mit seinen Kameraden spielt und die Auslage eines Spielzeuggeschäfts bewundert. Die Gefahren, Schwierigkeiten und auch die Träume des Jungen geben einen tiefen Einblick in die Kindheit und Gedanken des Autors, dessen Werke lange Zeit verboten wurden.

Diese Erzählung ist in der Sprache anspruchsvoller, gleichzeitig sehr lebendig und verständlich ausgeführt. Aufgrund der Schilderung von Gewalt und Schimpfwörtern würden wir es jedoch nicht Kindern empfehlen. Für alle, die ein Verständnis für das Leben des Autors und generell das Leben in armen Verhältnissen erlangen wollen, eignet sich dieser autobiografische Text. 

Wir hoffen, dir hat unsere Empfehlung Lust auf mehr gemacht und freuen uns, wenn du dir das Buch in der nächsten Buchhandlung abholst. Wir empfehlen dir den regionalen Handel wie Thalia, Morawa oder Weltbild.
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